Das Ticket am Fahrscheinautomaten oder ein „Coffee to go“ am Kiosk, alles mit Karte oder Smartphone kontaktlos und im Vorbeigehen bezahlt. Die „smarte“ Technik gibt es längst und wird in Deutschland vorangetrieben.

Trotzdem ist Bargeld immer noch das beliebteste Zahlungsmittel in der Bundesrepublik. Das muss nicht falsch sein, so Otmar Issing, früherer Chefvolkswirt der EZB, beim 2. Bargeldsymposium der Deutschen Bundesbank, denn: „Wirkliche Anonymität gewährt nur das Bargeld.“

Carl-Ludwig Thiele, Bundesbank-Vorstand, hingegen verwies in der Diskussion auf die Kosten und den logistischen Aufwand Bargeld im Umlauf zu halten. So prüft die Notenbank beispielsweise jährlich fast 15 Milliarden Banknoten auf Echtheit und Zustand. Hier könnte man sparen.

In Schweden werde Bargeld nur noch für 20 Prozent der Einkäufe genutzt. So denkt man in Schweden und Finnland ernsthaft darüber nach, das Bargeld abzuschaffen. Diese Entwicklung treibt der Kunde voran, so Ludger Gooßens, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).

Aber sind elektronische Bezahlverfahren sicher?

„Es bedurfte nicht des NSA-Skandals, um Vorbehalte gegenüber bargeldlosen Zahlungsmethoden bezüglich Überwachung und gegebenenfalls Manipulation auszulösen“, zitiert die Sächsische Zeitung Chefvolkswirt Issing. Auch Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger ist ein Verfechter von Münzen und Scheinen. „Plastikkarten sind nicht nur billiger herzustellen. Sie sind auch unseren Aufpassern lieber, denn sie erlauben es, jede beliebige Transaktion zurückzuverfolgen.“ (Vgl.: „Regeln für die digitale Welt“, Frankfurter Allgemeinen Zeitung).

Quelle: Von Jörn Bender, Sächsische Zeitung/www.sz-online.de. Montag, 19. Mai, 2014
Von Markus Zydra, Süddeutsche Zeitung. Dienstag, 20. Mai, 2014