Ziel der Protokollpflicht war, den Kunden zu helfen. Erstens: Um noch mal das Gespräch bei der Bankberatung nachvollziehen zu können. Zweitens: Bei einer eventuellen Schadenersatzklage vor Gericht beweisen zu können, dass falsch beraten wurde. Eine neue Studie, die Verbraucherschutzminister Heiko Maas in Auftrag gegeben hat, stellt nun fest: Das Ziel ist verfehlt.

“Keine einzige Dokumentation gibt den Ablauf des Testgesprächs vollständig, richtig, verständlich und übersichtlich wieder”, heißt es in der Studie. Vielmehr nutzen die Gesprächsprotokolle den Banken mehr als dem Kunden. Als Reaktion hierauf plant das Justizministerium nun deutlich strengere Vorschriften für die Protokollierung.

Justizstaatssekretär Gerd Billen erklärt der SZ gegenüber, es sei zu überlegen, ob man die Beratungsprotokolle, „nicht standardisieren sollte, damit bestimmte Punkte in jedem Fall immer abgefragt und dokumentiert werden“. Denn zielführend wäre, wenn die Protokolle sicherstellen, dass sich Berater und Kunde Gedanken darüber machen, „welche finanziellen Mittel der Kunde hat, welche Ziele er verfolgt und wie er sie am besten erreichen kann”, so Billen.

Eine weitere Möglichkeit wäre, Beratungsgespräche aufzunehmen. Somit würde wirklich alles festgehalten, was besprochen wurde.

Quelle:
http://www.sueddeutsche.de/geld/protokolle-von-banken-und-versicherern-schlecht-notiert-1.2008471, 21. Juni 2014. Von Daniela Kuhr

http://www.sueddeutsche.de/geld/beratungsgespraeche-viel-geschreibsel-fuer-nichts-1.2015381, 25. Juni 2014