Wenn Banken ihren digitalen Service ausbauen, sammeln sie in großem Stil Kundendaten. An Hand der Kontenbewegungen und des Wohnortes wollen die Geldinstitute ihre Kunden maßgeschneiderte Angebote aus dem Einzelhandel oder Empfehlungen etwa für Strom-, Gas- oder Versicherungstarife anbieten können, schreibt Capital.

Markus Pertlwasser, Deutsche Bank AG, spricht lieber davon, Smart Data zu sammeln, um „mit dem Kunden in den Dialog zu treten.“ Er betont, dass vielen Kunden bereits ihre Daten zur Verfügung stellen, um entsprechenden Vorteile und eine Ausweitung der Leistungen zu bekommen. Beliebt sind unter anderem der „Financial Planner“ (Haushaltsbuch) oder die Nachrichtenbox. In Planung bei manchen Banken ist der „Kontowecker“, der „klingelt“, wenn der Kontostand beispielsweise unter 1000 Euro sinkt, so Süddeutsche Zeitung.

Bei der Direktbank ING-Diba arbeitet man an entsprechenden digitalen Anwendungen. Laut Capital hat die Commerzbank neue Datenanwendungen schon jetzt bei ihrer polnischen Tochter MBank im Einsatz. Laut SZ ist die Hypo-Vereinsbank eher zurückhaltend. Digitalisierung ja, etwa Video-Beratung, aber Big Data, nein. Laut Capital hat die Deutsche Bank bereits Pläne im Verbraucherschutzministerium vorgestellt und ist offenbar auf offene Ohren gestoßen. „Wenn die Banken die Kontodaten ihrer Kunden für neue Services verwenden, kann das durchaus im Interesse der Verbraucher sein“, so Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, „wenn alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden.“

Quelle:

http://www.capital.de/dasmagazin/deutsche-banken-planen-datenanwendungen-4118.html

Süddeutsche Zeitung. Donnerstag, 19. März 2015. Von Michael Kläsgen