Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor hoch verzinsten Nachrangdarlehen.

Vorwiegend im Internet sammeln Unternehmen Geld von Privatleuten um verschiedene Projekte zu finanzieren. Wegen der Zinsflaute lassen sich manche Kleinanleger vom Zinsversprechen bis zu neun Prozent locken und leihen den Firmen ihr Erspartes.

Was Kleinanleger wissen müssen:

    • Nachrangdarlehen haben den Nachteil, dass im Fall einer Firmenpleite andere Gläubiger zuerst bedient werden. Die Privatanleger kämen mit ihrem Ansprüchen danach – falls was übrig ist, so Jürgen Kurz, Sprecher der deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Düsseldorf.
    • Nachrangdarlehen sind Produkte des grauen Kapitalmarkts. Mit dem im Sommer geplanten Kleinanlegerschutzgesetz wird den Anbietern nur eine Prospektpflicht auferlegt. Der Vertrieb bedürfe nicht einmal einer Erlaubnis nach § 32 Kreditwesengesetz.
    • Wer investiert, spekuliert auf den Erfolg einer Geschäftsidee und auf das wirtschaftliche Überleben des Unternehmens, so Süddeutsche Zeitung. Falls die Firma zahlungsunfähig wird, droht schlimmstenfalls der Totalverlust.
    • Nachrangdarlehen können nicht einfach gekündigt werden, so Timo Gansel, Fachanwalt für Bank- und Kapitalrecht, Berlin. Auch der Rückzahlungsanspruch sei oft rechtlich nicht durchsetzbar.
    • Wenn im Kleingedruckten des Darlehens von „qualifiziertem Rangrücktritt“ die Rede ist, sei Vorsicht geboten, rät BaFin.

Eine Warnliste mit hochriskanten Angebote ist bei Stiftung Warentest für 2,50 Euro erhältlich:

www.test.de/warnliste-geldanlage

Quelle:

Süddeutsche Zeitung. Samstag 4./Sonntag 5./Montag 6. April 2015. Von Berrit Gräber