Trotz anfänglichem Widerstand der Banken findet der Bezahldienst Apple Pay bei fast allen großen Banken Anwendung. Wie das Handelsblatt berichtet, gerät der Apple Konzern nun durch eine Gesetzesvorlage des Finanzausschusses des Bundestages unter Beschuß.

Laut Entwurf soll der Konzern dazu verpflichtet werden, anderen Unternehmen die technische Infrastruktur gegen ein angemessenes Entgelt und angemessenen Zugangsbedingungen zur Verfügung zu stellen. Google macht das bereits. Auf die NFC-Schnittstelle von Smartphones mit Google Betriebssystem Android dürfen neben Google Pay auch andere Bezahl-Apps zugreifen.

Das sagt Politik, Wirtschaft und das Bankwesen dazu:

Für die FDP ist es im Bereich des digitalen Zahlungsverkehrs notwendig, allen Wettbewerbern den gleichen Marktzugang zu ermöglichen.

Bei der SPD spricht der Digitalpolitiker Jens Zimmermann von einem Schritt in Richtung gerechter Plattform-Ökonomie. „Technologieunternehmen müssen in Zukunft Bezahlung durch andere Zahlungsdienstleister ermöglichen“. „Damit werden die Verbraucher in Zukunft nicht mehr gezwungen ihre Bank zu wechseln um bestimmte Endgeräte nutzen zu können.“

Der Digitalverband Bitkom, bei dem auch Apple Mitglied ist, ist dagegen kritisch. Bitkom ist grundsätzlich für eine Offenheit von NFC-Schnittstellen. Dennoch findet der Verband, dass sich die Politik nicht in Vertragsfreiheiten und Geschäftsmodelle einmischen solle.

Banken sehen sich als die Benachteiligten. Die Geldinstitute würden am liebsten eigene Apps anbieten um den Service und Kontakt zu ihren Kunden zu pflegen. Banken müssen jedoch anderen Unternehmen den Zugriff auf die Zahlungsdaten ihrer Kunden gewähren.

Quellen:

https://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/recht/nfc-schnittstelle-finanzausschuss-bringt-gesetz-gegen-apple-pay-monopol-auf-den-weg/25222218.html?ticket=ST-8282976-bdorEfeX6V5gHCmstj5i-ap2

Mittwoch 13. November 2019 / Donnerstag 14. November 2019. Von Moritz Koch und Katharina Schneider