Laut dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) wurden in vielen privaten Darlehensverträgen unklare Pflichtangaben gemacht. Demzufolge hat die Widerrufsfrist für diese Verträge nie zu laufen begonnen. Das bedeutet, dass viele Verbraucher ihre Kreditverträge auch noch nach Jahren widerrufen können. In den konkreten Fällen ging es um Autokredite der VW Bank, der Skoda Bank und der BMW Bank. (Az.:C-33/20,C-155/20,C-187/20).

Worum geht es?

Wenn man einen Darlehensvertrag abschließt muss der Kreditgeber darüber informieren, ob und wie man den Vertrag widerrufen kann. Diese Angaben müssen im Darlehensvertrag enthalten sein damit die zweiwöchige Widerrufsfrist beginnen kann. Ist das nicht der Fall – oder zumindest nicht in ausreichender Klarheit angegeben – beginnt auch die Widerrufspflicht nicht zu laufen.

Besonders die Pflichtangaben, so urteilte der EuGH, zum Verzugszinssatz seien im vorliegenden Fall fehlerhaft. Hier müsse eine absolute Zahl angegeben werden. Auch die Berechnungen zur Vorfälligkeitsentschädigung seien nicht klar genug formuliert gewesen.

Quelle:

https://www.wbs-law.de/bankrecht/wichtiges-eugh-urteil-erwartet-koennen-verbraucher-bald-nahezu-alle-darlehensvertraege-widerrufen-56218/

Donnerstag 9. September, 2021