„Meine Mutter ist am 28. August verstorben“, beginnt der einzige Sohn der Verstorbenen in der BR-Sendung „Verbraucherärger der Woche“ dem Bayerischen Rundfunk zu erzählen. Im konkreten Fall möchte er das Guthaben für Krankenhausrechnungen und Beerdigung der Mutter verwenden. Der Hypovereinsbank, bei der die Mutter ihr Konto hatte, legte er die Sterbeurkunde der Mutter vor. Das reichte der Bank nicht aus. Die Bank benötigte zusätzlich noch eine Bestätigung des Nachlassgerichtes bei dem das Testament eröffnet wurde. Er legte diese der Bank ebenfalls vor. Laut Gesetz muss die Bank jetzt Zugriff auf das Konto der Mutter gewähren. Dennoch stellte sich die Bank quer. Wochenlang war seitens der Bank Funkstille. Was gilt denn nun?

Um Zugriff auf das Konto eines Verstorbenen zu erhalten:

Die Erben benötigen immer die Bestätigung des Nachlassgerichtes bei der das Testament eröffnet wurde. Es gibt folgende Möglichkeiten:

Erster Weg: Zu dieser Bestätigung des Nachlassgerichtes, legt man die Sterbenurkunde, die man beim zuständigen Standesamt erhalten hat, mit bei der Bank vor (so wie im konkreten Fall).

Zweiter Weg: Die Erben legen ein vom Nachlassgericht abgestempeltes Testament der Bank vor. Es kann ein notarielles oder vom Verstorbenen handgeschriebenes eindeutig formuliertes Testament sein.

Nur wenn das Testament nicht eindeutig ist, beispielsweise sind die vollen Namen der Kinder nicht enthalten, kann die Bank zusätzlich einen Erbschein des Nachlassgerichtes verlangen.

Nachteil: Ein Erbschein kostet Geld und es kann einige Wochen bis zur Ausstellung dauern.

Tipp: Wie kann ich Schwierigkeiten vermeiden?

Zu Lebzeiten sollte man eine Bankvollmacht (Kontovollmacht) für seine Erben ausstellen. Diese Vollmacht muss über den Tod hinaus gültig sein. Am besten verwendet man Formulare der Bank.

Quelle:

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/wie-erben-zugriff-auf-das-konto-des-verstorbenen-bekommen-100.html

16. Dezember 2021. Ein Beitrag von: Christine Dorn